[Werbung / Rezensionsexemplar / von der Autorin zur Verfügung gestellt]
Zum Inhalt:
Berlin, 1810: Frauen sind eigentlich nur das schmückende Beiwerk der seinerzeit erfolgreichen Männer. Doch manche Frauen lassen sich von diesem in der Gesellschaft anerkannten Grundsatz nicht beeindrucken und gehen ihren eigenen Weg.
Bei den seinerzeit üblichen gesellschaftlichen Anlässen gründen Bettina von Arnim und Annette von Droste-Hülshoff mit weiteren Frauen „Die Liga der sagenhaften Frauenzimmer“ und kämpfen gemeinsam für die Rechte und die Anerkennung der Frauen in der Gesellschaft.
Doch ihnen werden ständig Steine in den Weg gelegt. Als eine Mitstreiterin unter mysteriösen Umständen stirbt, droht das gesamte Bündnis zusammenzubrechen…

Meine Meinung:
Die teils historisch, teils fiktiv erzählte Geschichte ist ein sogenannter Episodenroman, der aus 12 Episoden und dem Epilog besteht.
Den Beginn macht das Buch mit einer ausführlichen „Dramatis Personae“ in der die Protagonisten ausführlich vorgestellt werden. Das ist beim Lesen des Buches immer wieder sehr hilfreich.
Jede Episode beginnt mit einem kleinen Ausflug in die Märchenwelt der Gebrüder Grimm, die in diesem Buch auch ihre eigene Rolle spielen und zu der Zeit recht populär sind.
Die Episoden selbst werden aus der Sicht einer Chronistin erzählt – sprachlich dem historischen Zeitalter angemessen, was mir beim Lesen ausgesprochen Freude gemacht hat.
Charlotte von Feyerabend hat ausgesprochen umfangreich die historischen Fakten recherchiert und so eine unterhaltsame alternativhistorische Geschichte geschrieben, in der dem Leser viele bekannte Persönlichkeiten begegnen, die – auch wenn man die Namen durchaus kannte – einem nun viel detailreicher nah gebracht werden.
Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und leicht, wie man es bereits aus den anderen Büchern der Autorin kennt. Man findet angenehm schnell in die Handlung hinein. Das Cover überzeugt mit einem an das historische Setting angelehntem passenden Design.
Es war spannend mitzuerleben, wie die Frauen in ihrem eigenen Universum beginnen, sich mutig in der Gesellschaft ihren eigenen Raum und ihre Freiheit Stück für Stück zu erobern und so der späteren Gleichberechtigung in unserem Land den Weg bereiten.
Die Episoden werden am Ende um Ende des Buches nochmal ausführlich erläutert, was historisch belegt ist und welche Handlungen und Ereignisse fiktiv sind.
Auch wenn das Buch in der Vergangenheit spielt, so empfinde ich es dennoch als wieder brandaktuell. Gerade in Zeiten, wo politische Parteien darüber sinnieren, dass Frauen wieder mehr gebären und weniger arbeiten sollen und es vermehrt Länder gibt, die die lang erkämpften Rechte von Frauen Stück für Stück wieder beschneiden, um sie klein zu halten.
Umso mehr müssen wir Frauen auch in der heutigen Zeit gemeinsam und solidarisch für unsere Rechte einstehen.
Ich bedanke mich herzlich bei Charlotte von Feyerabend für dieses wunderbare Buch und kann Euch das Buch – besonders wenn Euch historische Geschichten begeistern – nur empfehlen.
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