Der Bücher-Blog

Kategorie: Historischer Roman (Seite 1 von 2)

Rezension: „Die Perlentaucherin“ von Jeff Talarigo

[Werbung / eigenes Exemplar / selbst gekauft]

Zum Inhalt:

Japan 1948. Fräulein Fuji verdient ihren Lebensunterhalt als Perlentaucherin. Das Meer ist ihr Lieblingsort. Was die Zukunft ihr bringt, weiß sie noch gar nicht.
Doch eines Tages entdeckt sie einen Fleck auf ihrer Haut. Sie ist an Lepra erkrankt. Damit verändert sich alles. Sie wird – wie andere Leprakranke in Japan auch – von ihrer Familie verstoßen, muss ihren abgeben und wird auf einer Insel verbannt und muss fortan da ihr Leben verbringen…

Meine Meinung:
Ich habe vor vielen Jahren mal einen ganz bezaubernden Roman über Japans Perlentaucherinnern gelesen und war nun auch sehr gespannt auf das buch von Jeff Talarigo.

Die Geschichte über die Verbannung der an Lepra erkrankten Menschen in Japan hat mich sehr berührt. Aus ihrem Leben gerissen und von ihren Familien getrennt, ein Leben ohne Freiheit und Perspektiven ist das, was Fräulein Fuji jeden Tag aufs Neue im Alltag erwartet.

Die Patienten müssen für ihren Lebensunterhalt arbeiten. Sie schließen Freundschaft und nehmen für immer Abschied, wenn einer ihrer Leidensgenossen die Augen für immer schließt.
Die einzelnen Kapitel tragen als Überschrift immer eine Artefaktnummer und Artefaktbezeichnung. Dieses Artefakt spielt eine Rolle in dem Kapitel.
Heiraten ist erlaubt. Kinderkriegen ist verboten. Ungeplante Schwangerschaften werden auch im neunten Monat noch abgetrieben. Zwangssterilisation ist bei Heirat ein Muss.
Diese Grausamkeiten sind nur schwer verdaulich beim Lesen.

Leise und unaufdringlich erzählt Jeff Talarigo die Geschichte der dort lebenden Menschen in einer poetischen Sprache. Das nimmt der Geschichte jedoch keinesfalls etwas von der Erschütterung, die man beim Lesen zwangsläufig verspürt,

Und obwohl es bereits Ende der 40iger Jahre medizinische Mittel gab, die die Lepraerkrankung fast vollständig eingedämmt haben und die Ansteckung gesunder Menschen quasi unmöglich gemacht wurde, verweigerte Japan die Entlassung der auf den Inseln verbannten Leprapatienten bis in die 90iger Jahre hinein.

Am Ende des Buches, als Fräulein Fuji die Insel schließlich verlassen darf, fällt es ihr schwer, sich an das normale Leben im modernen Japan anzupassen. Viel zu viele Jahre war sie auf dieser Insel isoliert. Das überrascht niemanden. Aber dennoch bleibt sie sanft und liebenswert, wie schon das ganze Buch hindurch, obwohl ihr Leben keinesfalls so verlaufen ist, wie sie es sich erträumt hat. Von Verbitterung ist nichts zu spüren. Wie kraftvoll. Wie wunderbar.

Ich wusste bis zum Lesen des Buches überhaupt nichts davon, dass Leprakranke auf Inseln deportiert worden sind. Dass die japanische Regierung trotz wirksamer Medikamente das Leid und die Isolation der dort lebenden Menschen weit bis über die notwendige Zeit hinaus, verlängert hat, hat mich erschüttert.

Angst vor Unbekanntem lässt Menschen Entscheidungen treffen, die mitunter erschreckende Ausmaße annehmen. Das begegnet uns ja auch in der heutigen Zeit immer wieder. Das Buch ist ein gutes Beispiel dafür.

Rezension: „Die Liga der sagenhaften Frauenzimmer: Der Auftakt“ von Charlotte von Feyerabend

[Werbung / Rezensionsexemplar / von der Autorin zur Verfügung gestellt]

Zum Inhalt:

Berlin, 1810: Frauen sind eigentlich nur das schmückende Beiwerk der seinerzeit erfolgreichen Männer. Doch manche Frauen lassen sich von diesem in der Gesellschaft anerkannten Grundsatz nicht beeindrucken und gehen ihren eigenen Weg.

Bei den seinerzeit üblichen gesellschaftlichen Anlässen gründen Bettina von Arnim und Annette von Droste-Hülshoff mit weiteren Frauen „Die Liga der sagenhaften Frauenzimmer“ und kämpfen gemeinsam für die Rechte und die Anerkennung der Frauen in der Gesellschaft.

Doch ihnen werden ständig Steine in den Weg gelegt. Als eine Mitstreiterin unter mysteriösen Umständen stirbt, droht das gesamte Bündnis zusammenzubrechen…

Meine Meinung:

Die teils historisch, teils fiktiv erzählte Geschichte ist ein sogenannter Episodenroman, der aus 12 Episoden und dem Epilog besteht.

Den Beginn macht das Buch mit einer ausführlichen „Dramatis Personae“ in der die Protagonisten ausführlich vorgestellt werden. Das ist beim Lesen des Buches immer wieder sehr hilfreich. Weiterlesen

Rezension: „Eine Kiste voller Weihnachten“ von Ralf Günther

[Eigenes Exemplar]

Zum Inhalt:
Dresden an Heiligabend 1890.

Vincent Storch will in seinem Betrieb eigentlich nur noch das Licht löschen. Alle sind bereits gegangen, um Heiligabend bei ihrer Familie zu bringen. Doch dann fällt ihm eine Kiste auf, die vergessen wurde zu versenden. In der Kiste befinden sich „Dresdner Pappen“. Besonderer Christbaumschmuck aus Papier.
Er beschließt, die Kiste noch am Heiligen Abend auszuliefern.
Als ihn ein kleines Mädchen bittet, sie mit ins Erzgebirge zu nehmen, um zu ihrer Familie zu gelangen, verneint er das. Und bemerkt erst später, dass das Mädchen sich doch auf das Fuhrwerk geschlichen hat und mit ihm reist.

Und ehe er sich versieht, stecken beide in einem schlimmen Schneesturm fest und müssen gemeinsam eine Lösung finden….

Meine Meinung:

Das Buch habe ich mir vor einigen Wochen bei meiner Buchtauschbörse ertauscht, weil mich das Cover so angesprochen hat.
Die Geschichte erinnert mich ein bisschen an meine liebste Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens. Auch Vincent macht sich nichts aus dem Weihnachtsfest. Mit seinem Sohn zerstritten, lebt er nur für das Unternehmen und – wäre diese Kiste nicht auszuliefern – würde den Heiligabend einsam und allein bei sich verbringen. Weiterlesen

Rezension: „Trümmerkind“ von Mechthild Bormann

[Eigenes Exemplar]

Zum Inhalt:

Der Krieg ist vorbei. Der Jahrhundertwinter 1946/1947 kostet viele Menschen das Leben.  Hanno ist vierzehn und sorgt durch Steine klopfen und Schwarzhandel für das Überleben der Familie. Eines Tages findet er in den Trümmern einen kleinen Jungen. Ganz allein. Neben ihm eine tote Frau. Hanno nimmt den Jungen mit nach Hause und er wächst bei seiner Familie auf.
Viele Jahre später hilft der Zufall dem Trümmerkind, seine Herkunft und den Tod der unbekannten Frau aufzuklären…

 

Meine Meinung:

Mechthild Bormann hat mit „Trümmerkind“ wieder einen faszinierenden Roman geschrieben, der in der Zeit zum Ende des zweiten Weltkriegs, der Nachkriegszeit und in den 90iger Jahren spielt. Weiterlesen

Rezension: „Goldene Träume – Die Münchner Ärztinnen“ von Ina Bach

[Rezensionsexemplar]

Zum Inhalt:

München 1898. Frauen an Universitäten und akademischen Berufen sind mehr als nur eine Seltenheit. Besonders in der Medizin. Lulu, Elsa und Fanny möchten alle drei diesen Umstand ändern und Ärztinnen werden. Es werden ihnen unzählige Steine in den Weg gelegt. Doch die drei Frauen geben nicht auf, um ihren Traum zur Realität werden zu lassen.

 

Meine Meinung:

Ich habe eine Weile gebraucht, um in die Geschichte hineinzufinden. München im 19. Jahrhundert ist gewöhnungsbedürftig und gerade das Bild der Gesellschaft auf die Rolle der Frau in ebendieser ist etwas, was mir momentan sehr zu schaffen macht. Wenngleich es auch der geschichtlichen Realität entspricht. Dennoch war es beim Lesen schwer auszuhalten. Weiterlesen

Rezension: „Du sollst leben! – Die unglaubliche Geschichte des Hitlerjungen Salomons“ von Sabrina Thomas & Silke vom Bruch

Eigenes Exemplar]

Zum Inhalt:

Sally Perel hat den Holocaust überlebt, in dem er sich auf seiner Flucht als Hitlerjunge ausgegeben hat. In diesem Buch nehmen uns die Autoren mit auf die Reise seines Lebens.

Meine Meinung:

Das Wahlergebnis der letzten Landtagswahlen 2024 in Sachen und Thüringen ist ernüchternd. Und es macht mir Angst. Große Angst. Weiterlesen

Rezension: „Lilly unter den Linden“ von Anne C. Voorhoeve

[Eigenes Exemplar]

Zum Inhalt:

Hamburg 1988. Das Leben von Lilly endet schlagartig, als ihre Mutter an Krebs stirbt. Die einzigen Verwandten – ihre Tante, ihr Onkel und deren Kinder – leben in Jena. Auf der anderen Seite von Deutschland. Hinter der großen Mauer.  Weiter weg ist fast unmöglich. Einfach hinfahren? Keine Option.

Weitere Verwandte hat Lilly nicht. Und so entschließt sie sich, in einer Nacht- und Nebel-Aktion Westdeutschland zu verlassen, in die DDR zu reisen und dort zu leben. Doch so einfach wie sie sich das vorstellt, ist es nicht…

Meine Meinung:

Bücher von Menschen, die aus der DDR fliehen, gibt es viele. Doch die Geschichte „Lilly unter den Linden“ handelt davon, wie ein junges Mädchen in die DDR flieht.
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Rezension: „Wunderzeit – Die Schwestern vom Waldfriede“

[Rezensionsexemplar]

Zum Inhalt:

1948: Der Krieg ist vorbei. Das Waldfriede hat die Angriffe auf Berlin überstanden. Für die junge Christina beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Ihre Ausbildung zur Krankenschwester beginnt. Eigentlich will sie Hebamme werden. Doch dafür muss sie zuerst zur Krankenschwester ausgebildet werden.

Als sie Peter kennenlernt, hilft ihr die junge Liebe, über das Trauma ihrer Flucht und den Verlust ihrer Familie hinwegzukommen.

Gleichzeitig macht allen die sowjetische Blockade das Leben schwer und die Not nimmt stetig zu. Die Luftbrücke verspricht Linderung und lässt Peter einen neuen Plan für sein Leben fassen. Doch dieser Plan ist eine Gefahr für die junge Liebe….

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Rezension: „Sturmtage – Die Schwestern vom Waldfriede Band 3“ von Corina Bomann

[Rezensionsexemplar]

Zum Inhalt:

Einige Jahre sind ins Land gezogen. Das Waldfriede hat sich mittlerweile etabliert und sich einen guten Ruf erarbeitet. Mittlerweile arbeiten auch junge Ärztinnen im Waldfriede. Eine von ihnen ist Helene, die in den jungen Gärtner Timo verliebt ist, auch wenn ihre Eltern ihn ablehnen.

Doch als der Krieg beginnt, werden die Ärzte und Schwester vom Waldfriede erneut auf die Probe gestellt. Werden sie diese dunkle Zeit überstehen? Kehrt Timo zu Helene zurück?

Meine Meinung: Weiterlesen

Rezension: „Findelmädchen“ von Lilly Bernstein

[Rezensionsexemplar]

Zum Inhalt:

Köln. Nachkriegszeit. Die 15jährige Helga und ihr Bruder leben schon einige Jahre als Findelkinder in Frankreich, als sie erfahren, dass ihr Vater noch lebt.

Zurück in Köln wünscht sich Helga nichts sehnlicher, als aufs Gymnasium gehen zu dürfen, doch ihr Vater verbietet es. Stattdessen schickt er das Mädchen auf die Haushaltsschule, damit sie irgendwann einen guten Ehemann findet.

Als Helga in einem Kinderheim Praktikum macht, stellt sie schnell fest, dass die dort lebenden Kinder sehr schlecht behandelt werden. Sie versucht für die Kinder dazu sein und ihnen zu helfen. Doch das ist 1955 leichter gesagt als getan…

Meine Meinung: Weiterlesen

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