[Eigenes Exemplar / selbst erworben]
Zum Inhalt:
Hanna und Ben sind seit jeher allerbeste Freunde. Ben ist ein Draufgänger. Graffitsprayer. Geschichtenerzähler. Manchmal verschwindet er für eine Weile. So auch diesmal. Doch als er Hanna an ihrem Geburtstag abholt, um mit ihm für eine Weile ans Meer zu fahren, steigt sie in ein Auto und fährt mit ihm ans Meer. Nichtsahnend, dass nur eine Person von ihnen am Ende des Sommers wieder Zuhause ankommen wird….

Meine Meinung:
Hanna und Ben sind zwei völlig unterschiedliche Charaktere. Ben ist mutig. Hanna nicht. Hanna ist dennoch sein Anker im Chaos des Erwachsenwerdens. Seit dem Tod seines Vaters strauchelt Ben durch das Leben. Seine Mutter und seine Schwester sind kein Halt. Ganz im Gegenteil. Ihnen ist es am liebsten, wenn Ben nicht da ist. Denn irgendwie geben sie ihm die Schuld.
Hanna ist immer da, wenn er sie braucht. Auch wenn er einfach ohne ein Wort für Wochen verschwindet. Hanna wartet auf ihn und ist da, wenn er zurückkommt. Hanna liebt ihn. Und er liebt Hanna. Doch drüber sprechen tun sie nicht.
Als Ben Hanna an ihrem Geburtstag vorschlägt, ans Meer zu fahren, willigt Hanna ein. Eigentlich untypisch für sie, doch die beiden haben schon seit jeher einen Hang dazu, sich gegenseitig mit „I dare you“ herauszufordern.
Sie finden eine einsame Stelle am Meer, schlafen im Zelt, lesen Bücher, schwimmen am Meer. Lernen Sam und Chloè kennen. Die verrückte Chloé, die ihnen eine uralte Schauergeschichte vom Meer erzählt. Die sie als Märchen antun.
Doch dann geschehen Dinge, die darauf schließen lassen, dass sich diese Schauergeschichte wiederholt…. Gleichzeitig nähern sich Ben und Hanna intensiv aneinander an, und gleichzeitig stoßen sie einnander durch ihre nicht nachvollziehbaren impulsiven Handlungen wieder zurück. Ein On-Off-Durcheinander, dass im Lauf der Zeit nicht nur sie beide betrifft, sondern auch Sam und Chloè mit hineinzieht.
Sprachlich ist die Geschichte absolut top. Flüssig und fesselnd erzählt. Die Gefühlswelten der Jugendlichen auf den Punkt gebracht. Das hat mir ziemlich gut gefallen.
Dass was mir nicht gefallen hat – und da spreche ich jetzt eine SPOIELERWARNUNG aus – ist der letzte Teil der Geschichte.
Ben verschwindet. Alles sieht danach auch, dass er im Meer ertrunken ist. Die Geschichte hat sich wiederholt. Hanna ist am Boden zerstört. Ihre ganze Zukunft gerät ins Wanken. Doch ist er wirklich tot?
Die Art und Weise wie Ben sein Verschwinden organisiert hat, hat mich mit einem sehr unguten Gefühl zurückgelassen. Seine Familie und vor allem Hanna im Ungewissen zurückzulassen. Alle glauben zu lassen, dass er im Meer ertrunken ist und sich darauf verlassen, das Hanna seine Hinweise schon deuten kann, um ihn eines Tages wiederzufinden, hat mir überhaupt nicht gefallen.
Ich fand es unbeschreiblich grausam, den Menschen so etwas mit voller Absicht anzutun, die ihn lieben. Insbesondere Hanna.
Von daher kann ich das Buch nur bedingt empfehlen, wobei die ersten 2/3 durchaus lesenswert sind und mir auch ganz gut gefallen haben.
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