Der Bücher-Blog

Monat: September 2026

Rezension: „Ich werde fliegen“ von Dana Czapik

[Werbung / eigenes Exemplar / selbst gekauft]

Zum Inhalt:

New York 1996. Lucy ist nicht hübsch und zierlich, aber sie ist ein Ass auf dem Basketballcourt. Am liebsten spielt sie mit ihrem besten Freund Percy, in den sie auch velriebt ist. Doch Percy nimmt von ihr keine wirkliche Notiz. Er steht auf den femininen Typ Mädchen. Davon ist Lucy meilenweit entfernt. Als ihr das auf sehr schmerzhafte Art und Weise klar wird, wird ihr klar, dass sie rausfinden muss, wer sie wirklich sein will…

Meine Meinung:

Die Geschichte wird aus der Sicht von Lucy erzählt und hat mich zu Beginn sehr gefesselt.

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Monatsrückblick: August 2026

Hallo Ihr Lieben,

jetzt ist der September schin da. Irgendwie ist der Sommer mal wieder mehr oder weniger an mit vorbeigezogen. Ich war nicht einmal im Freibad und kein einziges Mal in der Grinsekatz. Aber zumindest hatte ich mit dem liebsten Ehemann der Welt und meinem Teenie-Sohn eine wunderschöne Urlaubswoche in Egmond an Zee. Wunderbarer Ort, sehr nette Menschen, toller Strand und phänomenale Sonnenuntergänge:

Es war jedenfalls wundervoll und ich bin auch ziemlich gut zum Lesen gekommen in dieser einen Urlaubswoche.
Und ich konnte mir in den Niederlanden keine neuen Bücher kaufen. Was gut war, denn die Bücherneuzugänge im August sind dank Flohmarktbummeln ohnehin schon mehr als ausreichend gewesen:

Eingezogen sind nämlich 20 neue Bücher:

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Rezension: „Die Perlentaucherin“ von Jeff Talarigo

[Werbung / eigenes Exemplar / selbst gekauft]

Zum Inhalt:

Japan 1948. Fräulein Fuji verdient ihren Lebensunterhalt als Perlentaucherin. Das Meer ist ihr Lieblingsort. Was die Zukunft ihr bringt, weiß sie noch gar nicht.
Doch eines Tages entdeckt sie einen Fleck auf ihrer Haut. Sie ist an Lepra erkrankt. Damit verändert sich alles. Sie wird – wie andere Leprakranke in Japan auch – von ihrer Familie verstoßen, muss ihren abgeben und wird auf einer Insel verbannt und muss fortan da ihr Leben verbringen…

Meine Meinung:
Ich habe vor vielen Jahren mal einen ganz bezaubernden Roman über Japans Perlentaucherinnern gelesen und war nun auch sehr gespannt auf das buch von Jeff Talarigo.

Die Geschichte über die Verbannung der an Lepra erkrankten Menschen in Japan hat mich sehr berührt. Aus ihrem Leben gerissen und von ihren Familien getrennt, ein Leben ohne Freiheit und Perspektiven ist das, was Fräulein Fuji jeden Tag aufs Neue im Alltag erwartet.

Die Patienten müssen für ihren Lebensunterhalt arbeiten. Sie schließen Freundschaft und nehmen für immer Abschied, wenn einer ihrer Leidensgenossen die Augen für immer schließt.
Die einzelnen Kapitel tragen als Überschrift immer eine Artefaktnummer und Artefaktbezeichnung. Dieses Artefakt spielt eine Rolle in dem Kapitel.
Heiraten ist erlaubt. Kinderkriegen ist verboten. Ungeplante Schwangerschaften werden auch im neunten Monat noch abgetrieben. Zwangssterilisation ist bei Heirat ein Muss.
Diese Grausamkeiten sind nur schwer verdaulich beim Lesen.

Leise und unaufdringlich erzählt Jeff Talarigo die Geschichte der dort lebenden Menschen in einer poetischen Sprache. Das nimmt der Geschichte jedoch keinesfalls etwas von der Erschütterung, die man beim Lesen zwangsläufig verspürt,

Und obwohl es bereits Ende der 40iger Jahre medizinische Mittel gab, die die Lepraerkrankung fast vollständig eingedämmt haben und die Ansteckung gesunder Menschen quasi unmöglich gemacht wurde, verweigerte Japan die Entlassung der auf den Inseln verbannten Leprapatienten bis in die 90iger Jahre hinein.

Am Ende des Buches, als Fräulein Fuji die Insel schließlich verlassen darf, fällt es ihr schwer, sich an das normale Leben im modernen Japan anzupassen. Viel zu viele Jahre war sie auf dieser Insel isoliert. Das überrascht niemanden. Aber dennoch bleibt sie sanft und liebenswert, wie schon das ganze Buch hindurch, obwohl ihr Leben keinesfalls so verlaufen ist, wie sie es sich erträumt hat. Von Verbitterung ist nichts zu spüren. Wie kraftvoll. Wie wunderbar.

Ich wusste bis zum Lesen des Buches überhaupt nichts davon, dass Leprakranke auf Inseln deportiert worden sind. Dass die japanische Regierung trotz wirksamer Medikamente das Leid und die Isolation der dort lebenden Menschen weit bis über die notwendige Zeit hinaus, verlängert hat, hat mich erschüttert.

Angst vor Unbekanntem lässt Menschen Entscheidungen treffen, die mitunter erschreckende Ausmaße annehmen. Das begegnet uns ja auch in der heutigen Zeit immer wieder. Das Buch ist ein gutes Beispiel dafür.

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