[Eigenes Exemplar / selbst erworben]

Zum Inhalt:

Der kleine Djoko lebt ein zurückgezogenes Leben mit seinen Eltern im Jugoslawien zu Beginn der 40iger Jahre. Doch dann beginnt der Bürgerkrieg und auch die Deutschen fallen in Jugoslawien ein und für Djoko beginnt nach dem gewaltsamen Tod eine Odyssee…

Meine Meinung:

Das in Jugoslawien gleichzeitig zur Zeit des zweiten Weltkriegs ein Krieg der Partisanen gegen die Ustachas tobte, war mir zwar schon durch ein anderes buch von Hera Lind ein wenig geläufig, aber die Gräueltaten, die dieser Bürgerkrieg auslöste, war es nicht.

Das Buch – beruhend auf den tatsächlichen Erlebnissen des kleinen Djokos – von Hera Lind in einen spannenden Roman verpackt, geht unter die Haut.

Djoko ist ein Überlebenskünstler. Mehr als einmal springt er durch glückliche Fügung und durch die Hilfe der Menschen, die ihm begegnen und mehr als einmal ihr eigenes Leben riskieren, um den kleinen Jungen vor dem sicheren Tod zu bewahren, dem sicheren Tod von der Schippe.

Djoko verliert nie den Mut, bleibt immer optimistisch und vergisst – trotz der schweren und dramatischen Lebensumstände – niemals, trotzdem immer noch ein Kind zu sein und Glück und Verbindung zu suchen. Das fand ich beim Lesen bewundernswert und das hat mich sehr berührt. Ich kann Euch die Geschichte nur empfehlen.

Und bringt mich zu der Frage: wie viel Verlust kann ein Mensch ertragen? Wie lange überlebt man, wenn man vollkommen allein ist auf der Welt und wie gelingt es einem dennoch, sich ein offenes Herz zu bewahren?

Das Buch zeigt außerdem eindrücklich, wie grausam Krieg wirklich ist und wie Menschen sich verhalten, wenn alles Menschliche ausgelöscht wird und es nur noch darum geht, ein ganzes Dorf einfach „abzuschlachten“, weil sie auf der falschen Seite stehen. Frauen, Kinder, Männer, Tiere…. Ganz egal.

Diese Grausamkeit hat mich sprachlos gemacht und ich kann nur hoffen, dass so etwas NIE WIEDER geschieht. Dass es uns gelingt, Menschlichkeit zu bewahren. Egal woher jemand kommt. Egal, woran er glaubt. Egal wie er aussieht.

#niewiederistjetzt