[Werbung / Rezensionsexemplar / Gewinn Vorablesen]
Zum Inhalt:
Seit ihre beste Freundin sich durch einen Sturz von einem New Yorker Hochhaus umgebracht hat ist Clouds Leben trostlos und düster. Sie fehlt ihr so sehr. Einmal im Jahr kehrt Cloud zu dem Hochhaus zurück. Doch in diesem Jahr ist sie nicht allein. Der junge Freerunner Silas ist ebenfalls auf dem Dach. Er denkt, Cloud will sich ebenfalls umbringen und versucht sie davon abzuhalten. Diese Begegnung verändert beider Leben….

Meine Meinung:
Es ist das erste Buch, welches ich von Sarah Stankewitz gelesen habe und ich bin begeistert. Die Geschichte hat mich sehr berührt. Cloud fühlt sich schuldig wegen dem Tod ihrer Freundin und führt aus diesem Grund ein sehr zurückgezogenes Leben. Schließt keine Freundschaften, ist sehr für sich. Belangloser Sex mit Fremden ist okay, aber sich an jemanden zu binden, ist es nicht.
Silas ist von Cloud fasziniert. Auch Silas hat sein Päckchen zu tragen. Die Trauer von Cloud berührt ihn sehr. Doch Cloud verschwindet nach der einen Nacht ohne ein Wort und Silas kennt noch nicht mal ihren Namen.
Doch dann kommt ihm der Zufall zu Hilfe und diesmal ist er fest entschlossen, Cloud kein zweites Mal gehen zu lassen.
Doch die Trauer in Cloud ist zu groß. Viel zu groß…
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Cloud und Silas erzählt. Die verschiedenen Erzählperspektiven sind klar gekennzeichnet, man weiß also immer, wer gerade erzählt.
Silas ist einfach toll. Reflektiert. Liebevoll. Respektvoll. Das Herz am rechten Fleck mit guten Werten. Er sieht etwas in Cloud, was ihn einfach nicht mehr loslässt. Und er hat – im Gegensatz zu Cloud – keine Angst vor diesen Gefühlen und keine Angst davor, sich fest zu binden. Doch er weiß, er muss sehr behutsam und geduldig sein, denn Cloud ist wie ein verwundetes Reh, das jederzeit weglaufen könnte.
„Warum bist Du verschwunden? frage ich, bevor ich die Worte stoppen kann. Und dabei hat ein Treffen – und das exzessive Schauen ihrer Reels – gereicht, um zu wissen, was für ein Mensch sie ist. Jemand, der lieber flieht, als zu bleiben. Und ich? Ich bleibe lieber, statt zu gehen. Auch wenn es mich kaputt macht.“ – Seite 99
Cloud hat mich sehr berührt. Weiterzumachen, wenn ein Mensch stirbt, den Du liebst, ist schwer zu ertragen. Sich immer zu fragen, ob man schuld am Tod ist. Was man hätte anders machen können, um diesem Menschen zu helfen? Ob es genug war, was man versucht hast. Ich verstehe diese Gedanken mehr als gut.
Cloud würde sich gerne auf Silas einlassen, doch Gefühle zuzulassen – egal ob gute oder schlechte – ist viel zu schmerzhaft für die junge Frau. Was hätte sie ihm auch schon zu geben. Die Traurigkeit ist ihr ständiger Begleiter.
„Traurige Küsse nicht weniger wert als glückliche. Sie sind die wichtigsten in unserem Kosmos.“ – Seite 96
Ich hätte Cloud so gerne in den Arm genommen. Ihr gesagt, dass sie nicht allein ist mit ihrer Trauer. Vielleicht fragt sich der ein oder andere Leser, warum sie nicht mit jemandem redet. Sich jemandem anvertraut. Die Antwort darauf ist leicht: Viele Menschen können in den meisten Fällen nicht gut mit der Trauer eines anderen Menschen umgehen. Sie fühlen sich dann sehr hilflos und irgendwann kommt man als trauernder Mensch oft an den Punkt, an dem es leichter ist, die Trauer mit sich selbst auszumachen, als andere Menschen damit zu „belasten“.
„Cloud ist sichtlich durch den Wind und in keiner guten Verfassung, aber ich habe ihr versichert, dass mich ihre Traurigkeit nicht abschreckt, und das war die Wahrheit. Wenn man Menschen nur in ihren hellen Momenten liebt, liebt man sie nicht wirklich.“ – Seite 233
Irgendwann wird Cloud klar, dass sie Hilfe braucht. Dass sie es allein nicht schaffen kann, aus dieser Traurigkeit rauszufinden und dass die Traurigkeit sie sonst eines Tages endgültig verschlingen wird. Und dann bleibt nichts mehr übrig.
Und zum Glück ist Silas an diesem wirklich dunklen Tag für sie da. Und Cloud nimmt die Hilfe an und kämpft. Für sich. Für ein freies Leben. Ein Leben, in dem die Trauer zwar da ist (denn Trauer hört niemals auf), aber ihr dennoch Luft zum Atmen und Fühlen lässt.
Und sie stellt fest, dass sie nicht allein ist im Leben. Das es Menschen gibt, denen sie etwas bedeutet.
Und das es okay ist, weiterzuleben. Das Leben auch zu genießen. Auch ohne den Menschen, der immer fehlen wird.
Danke liebe Sarah Stankewitz für dieses berührende Buch. Die Geschichte geht unter die Haut. Und ich habe mich verstanden gefühlt. Denn Trauer kann einen manchmal vollkommen verschlingen. Die Geschichte zu lesen hat mir gutgetan. Ich habe mich weniger allein gefühlt mit meinen Gedanken und Gefühlen.
Von mir gibt es für „The weight of falling“ eine Leseempfehlung.
Schreibe einen Kommentar