[Werbung / eigenes Exemplar / selbst gekauft]

Nora ist unglücklich. Beruflich erfolglos. Von ihrer großen Liebe verlassen worden, lebt sie trostlos vor sich hin. Als auch noch ihre Katze überfahren wird, beschließt sie, zu sterben. Es hat doch alles keinen Sinn mehr. Gesagt. Getan. Als sie jedoch erwacht, ist sie weder im Krankenhaus noch im Himmel. Sie ist in der Mitternachtsbibliothek. An diesem ungewöhnlichen Ort stehen Nora alle Möglichkeiten offen. Sie kann all ihre damaligen Entscheidungen anders treffen und schauen, wie sich ihr Leben verändert hätte, wenn sie dieses oder jenes damals entschieden hätte….

Meine Meinung:

Hatten wir nicht schon alle mal diesen einen Moment, in dem wir uns gefragt haben, wie eine anders getroffene Entscheidung unser Leben verändert hätte? Ich auf jeden Fall.

Nora ist so verzweifelt. Alle ihre Träume sind gescheitert- Nichts ist ihr gelungen. So empfindet sie es. Also beschließt sie, dieses unwürdige Leben zu beenden.

„Jeder Schritt war ein Fehler gewesen, jede Entscheidung ein Desaster, tagtäglich hat sie sich weiter von der Person entfernt, die sie einmal hatte werden wollen. Schwimmerin. Musikerin. Philosophin. Gattin. Weltreisende. Gletscherforscherin. Glücklich. Geliebt. Nichts. Nicht einmal Katzenbesitzerin hatte geklappt.“ – Seite 34

Und dann wacht sie in der Mitternachtsbibliothek wieder auf und plötzlich sind alle Karten neu gemischt.

Was wäre, wenn sie das Schwimmen nicht aufgegeben hätte? Wenn sie ihren und Dans Traum von einem gemeinsamen Pub verwirklicht hätte? Wenn sie das Musizieren nicht aufgegeben hätte?

„Sie setzt sich an das kleine E-Piano, spielte aber nichts. Sie dachte daran, wie sie neben Leo gesessen und ihm Chopins Prelude in e-Moll beigebracht hatte. Glückliche Momente können sich in Schmerz verwandeln, mit der Zeit.“ – Seite 33

Nora schaut hinein in diese Leben. In viele verschiedene. Doch kein Leben fühlt sich an wie ihr Leben. Vieles ist schön. Anderes nicht. Auch mit anderen Entscheidungen, anderen Verläufen sind Glück und Erfolg auch nicht ohne Schattenseiten zu bekommen.

Aber jedes Leben, das Nora betritt fühlt sich nicht, wie das Leben an, dass sie letztendlich führen möchte. Und doch verändert jedes Leben, dass sie besucht, etwas in ihr. Sie entwickelt sich weiter. Sie vergibt sich. Sie vergibt anderen Menschen. Sie wächst.

„Weil man, Nora, manchmal nur lernt, wenn man lebt.“ – Seite 82

Und dann…als sie schon gar nicht mehr dran glaubt, entdeckt sie ein Leben, dass sie leben möchte.

„Wie Thoreau schrieb: „Nicht, was man betrachtet, ist wichtig, sondern, was man sieht.““-Seite 269

Sie verweilt lange in diesem Leben. Doch gerade, als sie versucht, es sich in diesem Leben gemütlich zu machen, kehrt sie zur Mitternachtsbibliothek zurück…

Ich verrate Euch nicht, wie das Buch ausgeht. Ob Nora überlebt oder ins Leben zurückkehrt und wenn ja, in welches. Das könnt Ihr selbst herausfinden, wenn ihr diese wunderbare und berührende Geschichte selbst lest.

„Jedes Leben umfasst Millionen von Entscheidungen. Manche groß, manche klein. Doch jedes Mal, wenn man einer Entscheidung den Vorzug vor einer anderen gibt, fällt das Resultat unterschiedlich aus. Es tritt eine irreversible Veränderung ein, die wiederum zu weiteren Veränderungen führt.“ – Seite 284

Schon beim Lesen der Lektüre ist mir für mich persönlich klar geworden, dass ich sehr dankbar bin, für das Leben, dass ich führen darf und auch, wenn es oftmals keine leichte Zeit war, so bin ich jetzt gerade in meinem Leben an einem Punkt, an dem ich sehr glücklich und sehr dankbar für mein Leben und den Menschen die mich in diesem begleiten bin.

Das Buch regt zum Nachdenken an. Erdet einen beim Lesen. Sensibilisiert den Leser für den Blick auf das eigene Leben und die in diesem Leben getroffenen Entscheidungen.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für „Die Mitternachtsbibliothek“.