Zum Inhalt:

Albert hat schlechte Nachrichten erfahren. Er ist krank. Sehr krank. Und er wird sterben. Schon bald. An dem Tag, an dem er diese Nachricht bekam, fährt er hinaus in die Hütte am See. Zum Glitretjern. Dem Zufluchtsort seiner Frau Eirin und ihm. Er beginnt über sein Leben nachzudenken. Seine Liebe zu Eirin. Und seine Liebe zu Marianne. Seine Erinnerungen zu Papier zu bringen. Sich an die Anfänge zu erinnern. Und über das Ende nachzudenken. Soll es heute Nacht enden?

Meine Meinung:

Jostein Gaarder, ein Meister der Literatur nimmt uns mit dieser relativ kurzen Erzählung (125 Seiten) mal wieder mit auf eine Reise in unsere Gedanken und in unser Selbst. Der Leser begleitet Albert in dieser dunklen und traurigen Nacht, erfährt viel über sein Leben. Über die Glücksmomente, aber auch über Alberts Fehltritte. Denn in dieser Nacht – so hat er beschlossen – bleibt nichts unausgesprochen.

Und während wir Albert bei seinen Gedankengängen begleiten, beginnen auch bei uns die Gedanken abzuschweifen. Denn Albert denkt nicht nur über sich, seine Gefühle und sein Leben nach. Seine Gedankengänge werden immer größer, begreifen immer mehr das „Sein“ und die „Komplexität der Welt“ und machen schließlich auch vor dem Universum nicht halt.  Und das geht dem Leser genauso. Zumindest mir ging es so. Mit jeder Seite, die ich Albert auf seinen Gedankengängen begleitet habe, sind meine Gedanken noch ein wenig weiter gegangen. Manchmal in die gleiche Richtung, manchmal in eine andere.

Der Elefant im Raum ist die Tatsache, dass wir niemals im Zimmer sind: Es hat nie ein „Sein“ gegeben, sondern nur ein „Werden“, denn nichts in der Welt hat Bestand.“ – Seite 92

Ein großartiges Zitat. So voller Wahrheit. Alles in unserem Universum ist permanent in Bewegung. Nichts bleibt jemals stehen. Alles geht weiter und weiter. Immer. Nichts ist endlich. Und wir sind nur ein winzig kleines Staubkorn in einem unendlichen Universum. Aber es ist so wie es ist: Genau richtig.