[Eigenes Exemplar / selbst erworben]

Zum Inhalt:
Moa erbt nach dem Tod ihrer Großmutter Elsa ihre Eigentumswohnung in Stockholm. Eigentlich will sie sie verkaufen und nur für den Verkauf vorbereiten. Denn der eigentliche Plan ist es, sich gemeinsam mit ihrem Freund Ruben eine hippe Eigentumswohnung in einem der angesagteren Viertel von Stockholm zu kaufen. Das will auch Moa. Denkt sie zumindest. Doch während Ruben sich aufgrund beruflicher Gründe oft außerhalb von Schweden aufhält und Moa sich ganz allein mit der Wohnungsauflösung beschäftigt und ihre Großmutter nochmal ein Stück weit dadurch kennenlernt, verändert sich etwas in Moa…

Meine Meinung:

Bisher habe ich von Jenny Fagerlund zwei Weihnachtsromane gelesen, die mich hellauf begeistert haben und umso mehr gespannt war ich auf den Roman „Briefe an Moa“.
Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und die man findet als Leser sehr schnell in die Geschichte. Das finde ich immer sehr angenehm.

Moa ist eine junge Frau, die vor einiger Zeit in einem Auktionshaus angestellt wurde. Nicht ihr gelernter Beruf und auch nicht der Traumjob, aber hauptsache nichts arbeitslos. Und eigentlich macht es ihr auch großen Spaß. Auch wenn es nicht der gelernte Beruf ist. Einziger Wehrmutstropfen: die Chefin ist oftmals unberechenbar in ihren Launen und Anforderungen. Aber die Kollegen sind toll.

Moa hatte keine leichte Kindheit. Ihre Mutter ist bei einem Unfall ums Leben gekommen, der Vater hat schnell wieder geheiratet und so hat Moa viel Zeit bei ihrer Großmutter verbracht. Umso mehr trifft sie der plötzliche Tod. Das Ausräumen der Wohnung hilft ihr, sich ihrer Großmutter nah zu fühlen und sich zu verabschieden. Das sie sich dabei um den Hund der Großmutter kümmern muss, der erst in ein paar Wochen zu ihrem Vater umziehen kann, stellt sie allerdings vor ungeahnte Schwierigkeiten.

Ruben ist überhaupt nicht davon begeistert, dass Moa so viel Zeit in der Wohnung der Großmutter verbringt und sich dann auch noch um den blöden Hund namens Iris kümmern muss. Er versucht zwar, dass nicht allzu offensichtlich auszusprechen, aber gelingen tut ihm das nicht wirklich gut. Er hat – zum Glück für ihn – die meiste Zeit in Mailand zu tun – und ist ohnehin kaum anwesend.

Das ist etwas, was mich schon von Beginn an gestört hat. Er lässt Moa komplett allein mit allem. Das Einzige, was er tut, ist sie permanent zu drängen, schneller mit der Wohnungsauflösung fertig zu werden, damit sie endlich diese hippe Eigentumswohnung kaufen können. Ansonsten glänzt er durch Abwesenheit. Körperlich nur temporär, seelisch die ganze Zeit. Er nimmt Moa überhaupt nicht wahr und wenn er mal da ist, dann geht es nur seinen Bedürfnissen.

Moa lässt sich da zu Beginn auch durchaus beeinflussen, doch je mehr Zeit sie in der Wohnung und mit dem Hund Iris verbringt, umso mehr spürt sie selbst und ihre eigenen Bedürfnisse werden zunehmend lautet. Sie lernt die Nachbarn kennen und erfährt Freundschaft, Zuneigung und Hilfestellung. Als plötzlich Briefe ihrer verstorbenen Großmutter auftauchen, die Moa fehlen sollen, sich selbst wieder zu finden und Moa gleichzeitig etwas über das Leben ihrer Großmutter zu offenbaren, bekommt die Geschichte nochmal eine ganz besondere Note.

Als ihr letztendlich klar wird, dass sie die Wohnung nicht verkaufen will, weil ihr Herz daran hängt, ist schnell klar, dass diese Entscheidung innerhalb ihrer Beziehung zu Ruben zu einem großen Knall führen wird.

Das Ruben sich für Moa entscheidet, scheint ungewiss. Aber ich werde Euch das natürlich nicht verraten, wie das ausgeht. Müsst ihr selber lesen.

Moa dabei zu begleiten, wie sich selbst findet und beginnt, für ihre eigenen Wünsche, Träume und Bedürfnisse einzustehen, hat mir große Freude bereitet. Da habe ich mich selbst  auch ein Stück weit an manchen Stellen wieder gefunden.

„Briefe an Moa“ ist ein wunderbarer Roman, den ich Euch nur weiterempfehlen kann.