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Gedanken zur Bundestagswahl 2017

Normalerweise findet Ihr hier auf der Seite Rezensionen und jede Menge Büchertipps. Keine Angst, die Tipps findet Ihr diesmal auch wieder – allerdings diesmal erst am Ende des Artikels. Zuerst mag ich heute über etwas anderes schreiben:

Letzten Sonntag war Bundestagswahl. Wie die Wahl ausgegangen ist, ist uns allen sicherlich ein Begriff. Obwohl ich persönlich ein zweistelliges Ergebnis der AFD befürchtet habe, habe ich dennoch gehofft, dass meine Vermutung falsch sei.

Mich hat das Endergebnis von 12,6 % ziemlich erschreckt und auch geschockt.  Für mich sind durchaus gewisse Parallelen zur Reichstagswahl von 1930 erkennbar. Kam die NSDAP doch damals auf fast 16 % – und wie die Geschichte weiterging, ist uns allen hinreichend bekannt.

Ich habe das Wahlprogramm der AFD vor der Wahl ausführlich gelesen. Und viele Punkte, die dort aufgeführt sind, haben mich fassungslos den Kopf schütteln lassen. Es mag sein, das der ein oder andere Punkt im Wahlprogramm durchaus Wähler anlocken kann – gerade wenn eine gewisse Unzufriedenheit im eigenen Leben und im Blick auf andere – vielleicht bessergestellte Mitbürger – präsent ist. Jedoch die Mehrzahl der Punkte hat bei mir sämtliche Alarmglocken läuten lassen.

Das Wahlergebnis ist ein Grund mehr, achtsam zu sein und sich zu überlegen, in was für einem Land jeder Einzelne von uns leben möchte.

In was für einem Land ich leben möchte, das weiß ich sehr  genau: In einem Land, in dem Menschlichkeit, Solidarität und Freiheit zählen. In dem nicht nur jeder an sich selbst und seinen eigenen Vorteil denkt. In dem man füreinander einsteht und seinem Nachbarn hilft – egal welche Hautfarbe, Nationalität oder Religion, egal ob hetero- oder homosexuell, völlig egal.

Aus Hass ist noch niemals etwas Gutes entstanden.  Hass erzeugt nur Hass. Immer. Aber aus Liebe, Toleranz, Offenheit und Vertrauen kann und wird etwas Gutes entstehen und die Welt ein besserer Ort werden. Nennt mich ruhig pathetisch – das ist mir ziemlich egal. Ich stehe dazu. Liebe verändert immer alles.

Wenn Euch das Thema interessiert und Ihr auf der Suche nach geschichtlicher oder auch moderner Literatur zu diesem Thema seid – oder auch mit Euren Kindern darüber sprechen wollt – vielleicht auch, weil sie Fragen aus der Schule mitgebracht haben, wie mein kleiner Sohn gestern, dann habe ich jetzt den ein oder anderen Buchvorschlag zum Thema Rechtsextremismus, Nationalsozialismus und Holocaust für Euch. Das sind alles Bücher, die ich gelesen habe, die mich sehr berührt haben und die mir ganz klar zeigen: So etwas darf nie wieder geschehen!

Kinder- und Jugendliteratur:

Nationalsozialismus & Holocaust:

Sharon E. McKay – Die letzte Haltestelle

Jane Yolen – Chaja heißt Leben

Hans Peter Richter – Damals war es Friedrich

Gudrun Pausewang – Reise im August

David Chotjewitz – Daniel halber Mensch

Judith Kerr – Als Hitler das rosa Kaninchen stahl / Warten bis der Frieden kommt / Eine Art Familientreffen

Hetty E. Verolme – Wir Kinder von Bergen-Belsen

Entstehung von Rechtsextremismus und Faschismus:

Gudrun Pausewang – Der Schlund

Morton Rhue – Die Welle

Carolin Philipps – Großvater und das vierte Reich

Bücher für Erwachsene:

Anne Frank – Das Tagebuch der Anne Frank

Tatiana de Rosnay – Sarahs Schlüssel

John Boyne – Der Junge im getreiften Pyjama

David Safier – 28 Tage lang

Kressmann Taylor – Adressat unbekannt

Thomas Keneally – Schindlers Liste

Erica Fischer – Aimée und Jaguar

Sam Pivnik – Der letzte  Überlebende

Art Spiegelmann – Maus I & II – Die Geschichte eines Überlebenen: Mein Vater kotzt Geschichte aus & Und hier begann mein Unglück

 

 

 

 

 

 

 

2 Kommentare

  1. Wahre Worte! Man kann nur inständig hoffen, daß eine Zeit kommt, in der Toleranz, Respekt und Zusammenhalt stärker sind als Hass, Wut und Angst.

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