[Eigenes Exemplar / selbst erworben]
Zum Inhalt:
Die 19jährige Leah war glücklich. Sie hatte ein großartiges Leben. Doch dann sterben ihre Eltern bei einem Autounfall. Sie überlebt den Unfall. Und seitdem ist ihr Leben einfach nur grau, traurig und leer. Sie kommt mit dem Verlust ihrer Eltern nicht zurecht. Als dann auch noch ihr großer Bruder beruflich für ein Jahr wegziehen muss und sie bei seinem besten Freund Axel in der Zeit unterbringt, sieht Axel diese Zeit als Chance, Leah wieder leben zu sehen. Er hat nicht auf dem Schirm, dass er sich in die junge Frau verliebt….

Meine Meinung:
Das Buch ist der erste Teil einer Dilogie und hat mich sehr berührt. Die Geschichte wird aus der Sicht von Leah und aus der Sicht von Axel erzählt. Der Perspektivenwechsel ist klar ersichtlich erkennbar.
Leah ist tief in ihrer Trauer gefangen. Sie funktioniert zwar, aber ist eben nicht wirklich da. Die Dinge, die sie früher inspiriert haben, entlocken ihr nicht mal mehr ein Lächeln. Ganz besonders das Malen. Ihr Vater war Künstler. Jetzt einen Pinsel in die Hand zu nehmen, ist viel zu schmerzhaft. Ihr großes Talent spielt dabei keine Rolle. Es gelingt ihr einfach nicht mehr, zu malen.
Axel willigt selbstverständlich ein, als sein bester Freund Oliver sie fragt, ob Leah drei Wochen pro Monat für ein Jahr bei ihm wohnen kann. Schließlich gehören beide für ihn zur Familie. Doch als er Leah wiedersieht, ist er geschockt, weil sie einfach nicht mehr sie selbst ist, Also fängt er an, sie dazu zu bringen, aus dem Schneckenhaus herauszukommen. Und ganz langsam gelingt es ihm.
Doch dummerweise hat keiner der beiden damit gerechnet, dass sie sich so viel näherkommen werden und das Leah schon immer in Axel verliebt. Das stellt beide vor ungeahnte Schwierigkeiten. Axel will unabhängig bleiben und er weiß, dass Oliver mit einer Beziehung zwischen ihnen niemals einverstanden wäre.
Leahs Trauer ist auf jeder Seite so stark greifbar, dass man sie am liebsten in den Arm nehmen möchte. Ich weiß, dass Trauer für die Menschen um einen herum schwer auszuhalten ist, wenn man trauert.
Das spürt sie auch und sie würde auch gerne ihr Schneckenhaus verlassen, doch das fatale an Trauer ist, dass es einem nicht gelingen will.
„Ich will es nicht vergessen, Axel, das kann ich nicht. Ich habe jedes Mal das Gefühl, zu ersticken, wenn ich etwas Normales tue, etwas, das ich früher gemacht habe, denn es fühlt sich an, als würde das Leben weitergehen, und ich kann nicht begreifen, wie das möglich ist, weil ein Teil von mir immer noch mit ihnen in diesem Auto sitzt, unfähig auszusteigen.“ – Seite 81
„Es war, als könnte ich mich nicht daran erinnern, wie es war, glücklich zu sein.“ – Seite 97
Ich habe mich in dem Buch an vielen Stellen wiedergefunden und es hat mich mehr als einmal zum Weinen gebracht. Auch ich habe meine beiden Eltern innerhalb von wenigen Monaten verloren und bin bis heute noch oft sehr traurig.
Axel gibt sich solche Mühe, um Leah wieder ins Leben zurückzuholen und ist in seinen Ideen so kreativ, dass er nicht merkt, wie auch ihn das Zusammensein mit Leah verändert und von seinen eigenen Dämonen heilt.
Das Buch ist eine Wohltat für die Seele und auch, wenn es stellenweise traurig ist und Leahs Kummer stark zu spüren ist, erdet dieses Buch ungemein und macht einem auf behutsame Art und Weise klar, was wirklich wichtig im Leben ist.
Ich habe den zweiten Band auch direkt im Anschluss gelesen.
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